„Datapunk. Das ist Electro im Upgrade einer nach allen Seiten offenen musikalischen Standortbestimmung, die den Maschinenbeat konsequent und neu überdenkt. Retro ist tot, und deshalb leben wir Electro im Hier und Jetzt.“
Ob sich Labelchef und Produzent Anthony Rother vor gut vier Jahren hätte träumen lassen, dass sein Bruch mit den lieb gewonnenen Traditionen des Elektro einen solch massiven Einfluss auf die Ästhetik der elektronischen Tanzmusik des 21. Jahrhunderts nach sich ziehen würde? Es zeugte jedenfalls von einer ganze Menge Mut, gleich mit den ersten Veröffentlichungen des frisch aus der Taufe gehobenen Datapunk-Labels ganz bewusst mit Hörgewohnheiten zu brechen und eine neue Klangwelt zu generieren, die sich dem klassischen Schubladendenken ziemlich heftig entzog. Um so schöner, dass diese Courage belohnt wurde: Neben herausragenden Maxi- und LP-Veröffentlichungen von Rother, u.a. auch in Zusammenarbeit mit Sven Väth und DJ Hell, sowie wegweisenden Produktionen von Johannes Heil, Gregor Tresher, Artist Unknown, Billy Nasty, Bodzin & Huntemann, Xenia Beliayeva und vielen anderen wurde eine gegenseitige Befruchtung von Techno und Elektro zu einer neuen Hybride kultiviert, die den globalen Sound der Clubs in den letzten Jahren wie nichts Anderes bestimmt hat. Und wer diese klangliche Entwicklung verfolgt hat, weiß jedenfalls um die herausragende Bedeutung von Datapunk für den Siegeszug des Elektro unter modernisierten Vorzeichen.
Dennoch kein Grund für die Datapunk-Macher um Rother, sich auf alten Lorbeeren auszuruhen. "Der Begriff Elektro wurde in den letzten Monaten einfach inflationär über alle Stilgrenzen hinaus verwandt. Da gab es innerhalb der ganzen Palette elektronischer Tanzmusik einfach nichts mehr, was nicht Elektro sein konnte, das hat eine manchmal schon fast beängstigende Eigendynamik entwickelt. Da war es genau der richtige Zeitpunkt für einen stilistischen Neuanfang, und dafür sollte es auch begrifflich eine neue Plattform geben. Der Begriff Moderntronic ist sowohl übergreifend verständlich als Synonym für zukunftsorientierte elektronische Musik und lässt trotzdem genug Platz für Interpretationen. Nicht zulässt eröffnet er die Chance, einen Ausweg aus der stilistischen Reduktion solch übermächtiger Etikette wie House, Techno oder eben auch Elektro zu finden." (Anthony Rother, 2007)
Und so verspricht auch das Jahr 2007 wieder ein überaus spannendes, Weg weisendes und erfolgreiches Jahr für die Datapunk.Macher zu werden. Mit der CD-Anthologie „We Are Punks“ und der aktuellen Doppel-EP "Various Punks Vol. A" wird nicht nur die Vergangenheit des Labels gewürdigt, sondern der Blick konsequent auf die nächste Generation der Datapunks gerichtet. So gehören zum aktuellen Künstlerstamm von Datapunk neben Labelchef Anthony Rother und etablierten Label-Artists wie Billy Nasty, Frank Kusserow und Xenia Beliayeva zunehmend auch international renommierte Produzenten wie Kiko aus Grenoble, das portugiesische Duo Jackspot and Calapez oder Uros Umek, 31jähriger Musik-Workaholic für Labels wie NovaMute oder Primate und seit Mitte der Neunziger Jahre Sloweniens bekanntester Techno-Export.